Schnauze voll oder auch: kein Platz für Nazis

Der Urlaub ist vorbei. Seit Montag sind wir wieder am Arbeiten. Josi geht wieder in den Kindergarten, heute, es ist Freitag, fährt Steffi wieder zur Schule. Alles in allem hat uns der Alltag wieder. Für unsere nächsten Auszubildenden muss noch einiges erledigt werden, und wir sind mitten drin.
  

Auch wenn dieser Post hier vermutlich nicht groß gelesen, geteilt oder veröffentlicht wird muss ich diesen Text einfach mal schreiben.

Aber über all das kann ich gerade überhaupt nicht schreiben. Auch wenn dieser Beitrag nur ein Tropfen ist und ich nicht glaube das er groß rum geht, da es bestimmt viele davon gibt muss ich ihn einfach los werden, auch um mein Gewissen zu erleichtern, um das Gefühl zu haben, etwas getan zu haben. Und zwar drehen sich meine Gedanken in diesem Beitrag um die derzeitige Flüchtlingslage.
Ich könnte kotzen wenn ich diese, hoffentlich satirischen, Bilder sehe die auf Facebook die Runde machen. Ich möchte mal eines aus dem Gedächtnis zitieren.
Enkel: „Opa welche Einstellung hast du gegen Ausländer?“
Opa: „Vollautomatik, was denn sonst?“

Für die welche diesen Text nicht verstehen hier ein Auszug aus Wikipedia:
„bei Waffen, dass bei einer vollautomatischen Schusswaffe durch einmalige Betätigung der Schussauslösevorrichtung mehrere Schüsse abgegeben werden können.“

Da es mich gerade jetzt so kochen lässt, will ich auch nicht darüber nachdenken, wie ich es am besten formuliere. Irgendwo kann es nicht sein, dass man immer alles schön redet, alles ausdiskutiert, die Meinungen anderer Leute akzeptiert.
Meine Eltern haben mir beigebracht vorurteilslos zu sein. Ich gebe zu, es ist schwer, aber ich habe auch noch meinen gesunden Menschenverstand. Natürlich bin ich auch gerne mal ein Arschloch, vor allen diesen Nicht-Deutschen gegenüber.
Wenn ihr mich fragt: Dieses ganze dreckige Nazipack sollte man in gerade die Länder abschieben, aus denen die hilf,- und hoffnungslosen Menschen flüchten.
Auf einer anderen Facebookseite hieß es: Wer schon sagt: „Ich bin ja kein Nazi aber …“ ist selber einer.

Ich verstehe nicht viel von Flüchtlingspolitik.
Ich weiß selber nicht wie ich diesen Menschen helfen kann.
Aber ich weiß ganz genau: Für Nazis ist kein Platz, nicht in Deutschland, nicht in Europa, höchstens auf dem Grund des Ozeans. Mit Beton an den Füßen.

Auch an euch alle, die Angst um ihren Job haben, Angst vor Kriminalität, Angst das es irgendwann „Keine Deutschen mehr geben wird“: Lasst euch bitte nicht nur wegen diesen Ängsten auf den Weg des Rechtsextremismus bringen. Schon der Kommentar „Ich bin ja kein Nazi aber …“ macht euch zu genau diesen. Sagt lieber: „Ich bin Deutscher, willkommen und lass dir helfen.“

Es ist gut, das die Politiker sich vor allem jetzt öffentlich zu Wort melden, was diesen Naziabschaum angeht. Für mich zählt: Bist du Rechtsextremistisch Orientiert bist du kein Deutscher, vielleicht nicht mal ein Mensch(?)

Zurück zum Thema der derzeitigen Flüchtlingslage. Lieber Deutscher, lieber Leser, lieber Mensch, verstehst du überhaupt, wovor diese Menschen weglaufen? Kannst du dir vorstellen wie es ist, seine Heimat, sein Hab und Gut, vielleicht seine Familie, seine Freunde zurückzulassen?
Nein das kannst du natürlich nicht. Auch wenn ich diesen Text hier schreibe kann ich mir das nicht vorstellen. Klar hatte ich als kleines Kind schon Heimweh, wenn ich eine Woche im Zeltlager war, doch ich wusste, ich komme später nach Hause.
Aber was diese Menschen durchmachen kann man nicht in Worte fassen. Sie kommen hier nach Deutschland mit dem Wissen, alles verloren zu haben, ihre Heimat nie wieder zu sehen, und wenn doch, ist vermutlich nichts mehr von dem aufzufinden, was sie besaßen.

Wie Tiere kommen sie hierher, auf unmenschlichste Art eingesperrt und zusammen gedrängt.
Erst auf dem Boot das sie Übersee bringt, dann zu Massen in einem LKW.
Gerade geht es doch wieder durch die Medien, wie zig Flüchtlinge in einem LKW umkommen, weil sie darin ersticken.
Willst du wirklich noch sagen: „Selber Schuld.“? Kannst du da noch weg sehen? Wie eine Mutter ihr Kind verliert? Wie ein Kind um seine Eltern weint, weil es mit Onkel und Tante fliehen musste?
Vielleicht mussten diese Leute sogar noch mit ansehen, wie ihre engsten Verwandten und Freunde vor ihren Augen starben?
Ich kann da nicht weg sehen, ich will da nicht wegsehen! Wenn wir wegsehen, dann machen wir den gleichen Fehler wie damals, als wir Ausländer, Juden, Behinderte ins KZ gebracht haben.

Schaltet doch mal eure Gehirne ein! Wollt ihr das wirklich? Das, auch wenn ihr nicht direkt die Täter seid, trotzdem das Blut dieser hilflosen Menschen an euren Fingern klebt? Eure reine Weste besudelt?
Wir haben Glück, dass es uns gut geht. Das wir ein Dach über dem Kopf haben, das der Staat uns mit Geld versorgt wenn wir selber nicht in der Lage sind welches zu verdienen (oder weil wir einfach nur zu faul sind). Wir haben ein schönes Leben. Und niemand bricht sich ein Bein wenn er dieses schöne Leben mit anderen teilt.
Es fängt schon da an, statt gegen Flüchtlinge gegen Nazis vorzugehen. Jeder Stein der nicht geworfen wird, kann den Tag eines Flüchtlings verändern. Jedes Lächeln, jedes Händeschütteln das wir ihnen geben, zeigt unsere Akzeptanz.

Es heißt: „Jeden Tag eine gute Tat“.
Warum sollten wir das nicht ausweiten? Hat die Welt nicht schon genug Probleme? Warum sollten wir auch hier eins schaffen, nur weil wir Angst vor etwas haben?

Die Menschen die am wenigsten haben, sind die, welche am meisten geben.

Lasst euch diesen Satz mal durch den Kopf gehen, wenn ihr wieder mal denkt „man bin ich arm dran“. Es gibt Leuten denen geht es schlechter, und ihr seid Leute, die diesen helfen können.
Guckt nicht weg, wenn ihr wieder jemanden seht der einen Asylanten beleidigt, schlägt oder tritt. Schon ein Anruf bei der Polizei kann diese Grausamkeit beenden.
Lieber lande ich als Held im Krankenhaus, als die Ausländerfeindlichkeit zu unterstützen. Das ist meine Meinung dazu.

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man sich nicht mehr verstecken darf, irgendwann bringt das Schnauze halten nichts mehr.
Wenn wir den Mund nicht aufmachen sind wir Mitläufer. Dann sind wir genauso schlimm. Wenn wir weiter Angst vor den brutalen Konsequenzen der Rechten haben, sind wir doch auch unterdrückte.
Steht auf und helft, wehrt euch gegen die rechten Parolen, wehrt euch gegen die wieder aufkeimende dunkle Vergangenheit Deutschlands!

Als abschließende Worte möchte ich noch erwähnen, solltest du, lieber Leser, rechts orientiert sein und dich beleidigt fühlen brauchst du nicht versuchen mich unter der Adresse oder der Telefonnummer zu erreichen. Derzeit bin ich anderorts. Du kannst mir selbstverständlich gerne eine Mail zukommen lassen an administrator@airrusoft.com.